Hans Van Hage über Rosen mit Tierchen

Hans van Hage von der Rosenschule de Bierkreek ist ein biologischer Rosenzüchter. Hätte er, wie viele Rosenliebhaber, Angst vor der Blattlaus? ‘Überhaupt nicht. Blattläuse sind eigentlich dein größter Freund, nicht dein größter Feind’, ist er sich sicher. ‘Sie können so manches Problem gerade eben verhindern.’

Belagerer ziehen

Immer mehr Züchter und Gartencenter entscheiden sich für Bio-Pflanzen, stoßen dabei jedoch auf die nötigen Schadinsekten. Wenn Sprühen dann nicht mehr erlaubt ist, wie geht man damit um. ‘In einer bebauten Umgebung natürliche Feinde anzulocken, ist ziemlich schwierig. Wenn Sie zum Beispiel Schwebfliegen haben wollen, dann werden Sie diese auch halten müssen.’

Deshalb ist es wichtig, die richtigen Bedingungen zu schaffen. Hans hat sich deshalb das Trittsteine. Das sind große Behälter mit einer Mischung aus Wiesen-Kerbel, Wilder Möhre, Pastinake, Dill und Fenchel. Diese Doldenblütler ziehen viele Insekten an. ‘So kann man eine Art Band machen, mit dem man natürliche Feinde in die Gärtnerei oder das Gartencenter lockt.’

Wenn man früh in der Saison Blattläuse hat, dann wird das von allerlei anderen Tieren bekämpft. Sie kommen alle zu dieser Pflanze, weil sich darauf Blattläuse befinden. ‘In dem Moment, in dem man Blattläuse hat, ist man später auch vor anderen Schädlingen wie Spinnmilben und Thripsen geschützt. Die geschlüpften Larven einer Schweb- oder Florfliege packen nämlich Beutetiere, die zu ihrer Größe passen. Wenn die kleinen Blattläuse alle sind, dann gehen sie auf anderes kleines Zeug wie Spinnmilben und Thripse über.’

Starke Rosen mit Viechern

Wenn eine Rose wirklich völlig unter Läusen begraben wird, dann ist etwas anderes im Gange. Oft ist es ganz einfach; ein falscher Standort. Wenn eine Rose zum Beispiel zu trocken steht, kann sie ihren Dünger nicht aufnehmen und dann geht ihre Widerstandskraft zurück. Sie wird krank und hat keine gute Widerstandskraft gegen die Läuse. So geht man dann wirklich von schlimm zu schlimmer, nur weil die Rose zu trocken steht. Wenn sie zu nass steht, dann schließen sich die Haarwurzeln und sie nimmt ebenfalls keine Nahrung auf.‘

‘Das Allerwichtigste, was unser Sektor tun kann, ist, mit der Züchtung von Arten aufzuhören, die leicht krank werden. Es ist verrückt, dass ‘Schneewittchen’, die meistverkaufte Gartenrose, immer noch gezüchtet wird. Diese Rose ist einfach krank, sie braucht Pflanzenschutzmittel zum Überleben. Die häufigsten Krankheiten an Rosen sind Rost und Mehltau. Wählen Sie Arten, die davon nicht betroffen sind.’

‘Wir arbeiten mit den gesündesten Rosensorten, die es gibt. In dem Moment, in dem ich eine bessere finde, ersetze ich sie. Wir testen ständig neue Sorten aus, indem wir sie zwei Jahre lang in einem Topf völlig vernachlässigen. Wir lassen sie vertrocknen und entfernen kein Unkraut. Die Theorie ist, dass wenn sie das überleben, sie dann auch ohne Probleme in einem Garten überleben können.’

 

 

Quelle: Velt, gemeinsam umweltbewusst
Veröffentlicht mit Genehmigung von Hans van Hage.

Weitere Informationen an der Bierkreek unsere Rosen
oder lesen Sie auch diesen Artikel bei der Niederländischen Rosenvereinigung:
Blattläuse finden Nahrung in Rosenknospen 

(Foto oben: Hans Homburg 2016)

 

 

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