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Beim Herbst-Event 2026 werden Peter und Katelijne von De Nieuwe Tuin wieder einen tollen Ausstellung präsentieren über Buchweizen.
Buchweizen, Ein vergessener Anbau mit einer vielversprechenden Zukunft
Buchweizen, Eine vergessene Kulturpflanze mit vielversprechendem Potenzial
Buchweizen, Eine vergessene Kulturpflanze mit einer vielversprechenden Zukunft
Wir ernähren uns immer abwechslungsreicher. Durch Import und Anbau unter Glas können wir fast das ganze Jahr über die außergewöhnlichsten Gewächse anbauen, ernten und liefern. Aber durch dieses Überangebot könnte man mancherlei traditionelle Gewächse aus unseren Regionen durchaus völlig aus den Augen verlieren und manche auffallenden, besonderen Geschmäcker der Vergangenheit völlig verlieren. So gibt es immer häufiger Pflanzen und Gewächse, die nur noch irgendwo in einer fernen Erinnerung die eine oder andere Erinnerung wachrufen, ohne dass wir darauf noch einen erkennbaren Geschmack kleben können. Buchweizen zum Beispiel. Was einst ein traditioneller Anbau in den Niederlanden war, ist jetzt fast völlig verschwunden. Aber vielleicht können wir es einmal in unserem Garten ausprobieren und so erneut bei Tisch einführen.
Buchweizen
Buchweizen, Fagopyrum esculentum ist genau wie Quinoa und Amarant kein echtes Getreide, sondern ein Pseudogetreide. Was wir essen, sind die Samen. Die Pflanzen gehören zur Knöterichgewächse-Familie oder Polygonaceae und sind unter anderem mit Rhabarber verwandt. Aber aufgrund seiner Verwendung und seines Nährwertes wird Buchweizen der Einfachheit halber zu den Getreidesorten gezählt.
Die Pflanzen stammen ursprünglich aus dem nördlichen Zentralasien, aus Ländern wie China, Tibet und der Mongolei. Über die ältesten Handelswege gelangte Buchweizen im späten Mittelalter nach Mitteleuropa. Der Name Buch-weizen setzt sich zusammen aus der Form der Samen, die an Bucheckern erinnern, und ‘wheat‘ oder Weizen aufgrund seiner Verwendungen als Kochgetreide und als Mehl.
Der Geschmack von Buchweizen ist auffällig und ziemlich stark, was dazu führt, dass nicht jeder sofort dafür offen ist. Das ist der Grund, warum er als Mehl oft mit anderen, vertrauteren Getreidesorten gemischt wird. Buchweizen ist reich an Mineralstoffen wie Kalium, Magnesium und Phosphor. Er ist sehr nahrhaft, aber auffallend leicht verdaulich und enthält kein Gluten, was dazu geführt hat, dass er in der heutigen Diät- und Allergie-Ernährung sehr beliebt geworden ist. Durch moderne Mahl- und Verarbeitungstechniken ist es gelungen, Buchweizen in verschiedene Verwendungszwecke wie Mehl, Pasta, aber auch Flocken und Frühstückszerealien zu formen und den auffälligen Geschmack ein wenig zu mildern.
Buchweizen ist zwar immer noch das Standardgetreide für Russland und passt perfekt zu dem harten Lebensstil des rauen Nordens. Aber auch in Japan ist er sehr beliebt als herzhafte Basis für Saucen und Suppen und Nudeln.
Im Garten
Buchweizen ist von Natur aus krankheitsresistent und wächst ohne zusätzliche Düngung auch auf den ärmsten und trockenen Böden. Ein reicher, nahrhafter Boden mit viel Humus oder ein Überfluss an Stickstoff ergibt eine üppige Pflanze, aber einen sehr geringen Samenertrag. Es ist keine Pflanze des Überflusses. Sie wurde traditionell von etwas ärmeren Bauern auf weniger guten Böden und ohne zusätzliche Düngung angebaut und lieferte daher einen eher bescheidenen Ertrag. Aber sie ist eine superschnelle Pflanze. Von der Aussaat bis zur Blüte dauert es manchmal kaum 30 bis 40 Tage, und nach weiteren 30 Tagen voller Blüte reifen die Samen und man kann mit der Ernte beginnen. Mit ein bisschen Glück kann man also sogar zwei Ernten pro Saison einbringen. Und die Pflanzen wirken darüber hinaus auch hervorragend als Gründüngung und eignen sich als Viehfutter.
Die einjährigen Pflanzen sind frostempfindlich und man kann von Ende April bis Anfang Juli säen. Als Gründüngung kann man noch bis Anfang August säen. Die Pflanzen keimen recht schnell und wachsen je nach Nährstoffzustand des Bodens zu 50 – 100 cm hohen, verzweigten Pflanzen heran. Im Gegensatz zu seinem rauen Charakter bildet Buchweizen auffallend elegante dreieckige Blätter und eine raffinierte weiße, zartrosa oder tiefrosa Blüte, die Bienen lieben. Honig von Bienen, die auf Buchweizen fliegen, hat einen ausgeprägten Geschmack und Geruch. Die Blüte geht in die auffälligen grauen, braunen oder schwarzen dreieckigen Samen über. Die Ernte stellt die größte Herausforderung dar, weil nicht alle Samen schön gleichzeitig reifen, was bei der Verteilung der klassischen Getreidesorten genau gelungen ist. Es bleibt also ein bisschen Suchen und Rätseln nach dem richtigen Zeitpunkt, um die meisten Samen auf einmal einbringen zu können.
Variation und Varietäten
Der Anbau von Buchweizen ist im weltweiten Maßstab recht bescheiden und jede Region hat so ziemlich ihre eigenen Auslesetypen und Typen. Der brabantische graue Buchweizen und der staphorster braun-schwarze sind niederländische Beispiele. Buchweizen, den wir hier vor allem in Bioläden finden, kommt meistens aus Frankreich, Polen, China, Kasachstan, der Ukraine oder Russland.
Für den Anbau im eigenen Garten gibt es schöne Auslesen, oft mit auffälliger Blüte. Der klassische Buchweizen blüht weiß. Kanadische Auslesen enthalten oft zarte Rosatöne und Pflanzen aus Vietnam und China haben manchmal einen auffallenden, kräftigen Rosaton. Einige dieser auffällig blühenden Arten blühen auf nährstoffreichem Boden oft vom Frühling bis tief in den Herbst hinein. So bilden sie eine auffällige, zierliche und farbenfrohe Blüte, die sich hervorragend als ungewöhnliche Schnittblume verwenden lässt oder als etwas ungewöhnliche Einjährige im Garten eingesetzt werden kann. Wenn es Ihnen wirklich auf den Ertrag der Samen ankommt, schneidet der schwarze japanische Buchweizen am besten ab. Die schnell wachsenden Pflanzen bilden weiße Blüten, die ziemlich schnell und auffallend konzentriert eine große Ernte an schönen, großen Samen hervorbringen. Die reifen Samen sitzen an dünnen Fäden an den verblühten Blüten. Bei dieser japanischen Auslese bleiben diese Samen recht gut an der verblühten Blütentraube sitzen, sodass sie leicht von Hand geerntet werden können. Das erfordert die nötige Geduld, sorgt aber dafür, dass fast nichts von der Ernte verloren geht, was beim klassischeren Buchweizen ein großes Problem darstellt. Durch zweimaliges Ernten im Abstand von 2 Wochen erzielen Sie auf diese Weise einen maximalen Ertrag.
In der Küche
Die ganzen Samen können zum Keimen verwendet werden. Die jungen Keimlinge haben auffällige rote Stängel und mild schmeckende hellgrüne Blätter. Ideal also, um auch mitten im Winter auf der Fensterbank Buchweizen-Mikrogemüse zu züchten.
Die ganzen, geschälten Samen kann man genau wie Getreide kochen. Die meisten Menschen ziehen es vor, die Samen vorher zu rösten, für einen auffälligeren, ausgeprägten nussigen Geschmack. Und die Samen können natürlich grob zu Buchweizengrütze zerkleinert werden, als Basis für Brei. Buchweizen ist beliebt und hier bei uns am bekanntesten als Buchweizenmehl. Das wird meistens mit Weizenmehl als Basis für nahrhafte Buchweizenpfannkuchen gemischt.
Rezept
Herzhafte Buchweizenpfannkuchen
Neben der traditionelleren süßen Version von Pfannkuchen mit Butter und Sirup gibt es auch eine herzhafte Version mit Kräutern. Da Buchweizen von Natur aus glutenfrei ist, kann man ihn gut in komplett glutenfreien Gerichten verarbeiten.
Vegane glutenfreie herzhafte Version
Zutaten: 1 Tasse Buchweizenmehl, 1 Tasse Reismehl, 1 Tasse Hafermehl, 1 Tasse Maismehl, Wasser, Koriander und Kreuzkümmel, getrocknet oder frisch.
eine Prise Salz, Sonnenblumenöl
Zubereitung
Mischen Sie zuerst das Mehl und die getrockneten Kräuter, anschließend die frischen Kräuter und das Wasser (1 Tasse Wasser / 1 Tasse Mehl). Lassen Sie den Teig mindestens eine Stunde ruhen.
Erhitzen Sie das Öl in einer Bratpfanne und backen Sie darin die Pfannkuchen. Servieren Sie diese mit extra Gemüse obendrauf.
Traditionelle süße Version
Zutaten: 1 Tasse Buchweizenmehl, 2 Tassen Weizenmehl, 1 Tasse Milch, 2 Eier, eine Prise Salz, 2 Esslöffel Butter, Sirup
Zubereitung
Mischen Sie zuerst das Mehl mit dem Salz. Mischen Sie anschließend Milch, Eier und 1 Esslöffel Butter. Fügen Sie beide Mischungen zusammen, mischen Sie intensiv und lassen Sie es 15 Minuten ruhen.
Backen Sie die Pfannkuchen in Butter und servieren Sie sie mit Sirup, gebackenen Äpfeln, Schmorbirnen…
Fazit
Wenn Sie Buchweizen reichlich und regelmäßig verwenden möchten, kaufen Sie ihn einfach im Bioladen. Wer jedoch einmal eine eigene Ernte einbringen möchte, merkt schnell, dass er, besonders auf etwas magerem Boden, einen sehr einfachen Anbau darstellt. Die manuelle Ernte erfordert natürlich viel Zeit, aber mit der richtigen Sorte darf man mit 400 Gramm pro Quadratmeter rechnen. Sie werden auf jeden Fall von dem zierenden Wuchs und der auffälligen Blüte angenehm überrascht sein. Bienen und Hummeln lieben Buchweizen und werden Ihnen dankbar sein, dass Sie diese Pflanzen in Ihrem Garten ausprobieren.
Was du nicht erntest oder was bei der Ernte verloren geht, sät sich entweder noch innerhalb derselben Saison teils zu erneut blühenden Pflanzen aus oder wächst im nächsten Jahr zu einer neuen Ernte heran. So bist du jahrelang mit spontanen Sämlingen versorgt. Und was du erntest, kann die Grundlage für ganz einfache Gerichte mit einem auffälligen Geschmack bilden. Die größte Herausforderung besteht demnach darin, eine nächste Generation mit Buchweizen vertraut zu machen. Aber wenn du zeigen kannst, wie einfach und schön die Pflanzen wachsen und blühen und wie viel Geduld es erfordert, die Ernte zusammenzupflücken, dann hast du gewiss eine Nutzpflanze, die reichlich Respekt verdient und öfter wieder auf den Tisch gehört.






